AMBASSADOR
STATEMENT

  • Anne Flore Marxer

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    With all the contraception available to the young women nowadays, don`t forget HIV!
    Use a condom!
    get some gummilove

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MENNO LABRUYÈRE 11.09.2011


Foto by: Paudyphoto

Was: Snowboarder mit seiner Lebensgeschichte
Statement: Du springst, fliegst, es fühlt sich super an – bis du merkst am Seil ist kein Gummi dran.Das nächste was du vor dir siehst ist der Boden voller Tatsachen der dir ins Gesicht knallt! – Bungeespringen würdest du doch auch nicht ohne Gummi? Also schütze dich!

Menno ist 25 Jahre alt und in Davos aufgewachsen. Schon sehr früh fand er Gefallenam Snowboarden. Vor drei Jahren ist er nach St. Gallen gezogen, um im Doodah als Sportartikelverkäufer zu arbeiten. Das Leben zu dieser Zeit hätte besser nicht sein können. Er konnte seiner grossen Leidenschaft, dem Snowboarden, nachgehen und war viel mit der Hillton Crew oder als Manager vom Doodah Snowboard Team unterwegs. Er genoss sein Leben in vollen Zügen, machte Party, ging Reisen und fühlte sich so frei wie noch nie.

«Ich war kein Unschuldsengel, ich wollte dies auch gar nicht sein.»

An einem Arbeitstag im Doodah lernte er Romina kennen. Die Beiden kamen sich näher mit der Abmachung, Spass zu haben und die Zeit zusammen zu geniessen, aber ohne es jemals zu einer Beziehung kommen zu lassen. Romina verhütete damals mit
der Anti Baby Pille und so entschieden sich die Beiden ohne ein zusätzliches Kondom miteinander zu schlafen. Beide hatten erst gerade einen Aids-Test hinter sich und deshalb sahen sie keine weiteren Gefahren. Eines Tages hat sich Menno entschieden,
sich nicht mehr mit Romina zu treffen, da er das Gefühl hatte, sie könnte mehr für ihn empfi nden und er wollte sie nicht verletzen. Kurz darauf war Romina in Thailand in den Ferien. Während des Aufenthaltes wurde ihr immer wieder schlecht und sie dachte, dass es an dem Essen liegt. Doch wie sich einige Zeit später beim Frauenarzt herausstellte, war sie schwanger. Sie ging dann zu Menno nach Hause, um ihm das Ganze mitzuteilen.

« Ich fühlte mich, als würde mir der Boden unter den Füssen weggerissen».

Er hatte mit einer Frau geschlafen, von der er die Vergangenheit nicht kannte und nun ist er für seine ganze Zukunft mit ihr verbunden. Es war ein richtiger Schock für ihn und trotzdem wusste er da schon, dass er für das Kind da sein werde. Er sagte zu Romina:

«Ich habe keine Ahnung wie das Ganze raus kommt, aber ich verspreche dir, dass ich für das Kind da sein werde.»

Klar kamen Überlegungen wegen einer Abtreibung auf, doch Romina entwickelte schon Gefühle für das ungeborene Kind und wollte es behalten. Menno akzeptierte ihre Entscheidung. Ihm wurde bewusst, dass ihm als Mann in dieser Situation nicht viel anderes übrig blieb, als sich mit der Entscheidung anzufreunden. Er fühlte sich zu dieser Zeit sehr schlecht. Er merkte für sich, dass es nicht selbstverständlich ist, dass man glücklich ist. Plötzlich war das Aufstehen am Morgen des sonst so fröhlichen und ausgeglichenen Mennos ein Kampf.

«Jetzt werde ich Vater von einem Kind und befinde mich in einer Situation in der ich nie sein wollte».

Er fragte sich oft nach dem Sinn hinter dem Ganzen. Romina hatte den Wunsch nach Geborgenheit und nach dem Gefühl,
eine echte Familie zu werden. Doch sie fühlte sich stattdessen alleine gelassen. Menno konnte ihr nur versprechen für das Kind da zu sein, aber er konnte nicht mit ihr zusammen eine Familie gründen. Er hatte sich gewünscht mit der Frau seines Lebens, die er von Herzen liebt, bewusst eine Familie zu gründen. Beide waren recht überfordert mit der Situation und die Kommunikation wurde schwierig. Wo sind die Grenzen und wie sagt man etwas ehrlich, ohne einander zu verletzen? Menno hatte


Foto by: Paudyphoto

während der ganzen Zeit die Unterstützung seiner Eltern. Sie pfl egten einen guten Kontakt zu Romina. Auch wenn Menno das Handeln seiner Eltern in dieser Zeit nicht immer verstand. Heute ist er richtig froh darüber. Menno entschied sich bei der Geburt von Nils nicht dabei zu sein, da es ihm ein zu intimer Moment war. Er wollte aber im Spital sein, um den Kleinen gleich nach der Geburt zu sehen. Romina fühlte sich wieder einmal alleine gelassen und wollte, dass Menno den Kleinen gar nicht sieht. Heute sieht sie das auch anders. Aber in diesem Moment machen die Gefühle eine echte Achterbahnfahrt durch. Am 13. September 2009 erblickte der kleine Nils mit ganz vielen schwarzen Haaren und 3680 Gr. das Licht der Welt. Menno erhielt eine SMS mit der Neuigkeit. Die Eltern von Menno besuchten Romina und Nils und durften den Kleinen dann in den Spitalgang zu Menno bringen.

«Den Moment werde ich nie vergessen, als ich Nils das erste Mal auf dem Arm hielt.»

Mit der Zeit entwickelte Menno immer mehr Vatergefühle.

«Als ich Nils so unschuldig und süss schlafen sah, von der ganzen Geschichte nichts wissend, kamen mir manchmal vor Rührung die Tränen».

Nils weiss heute wer seine Mami und wer sein Papi ist. Er spürt, dass ihn beide Eltern lieben und fühlt sich bei Beiden zuhause. Menno sieht ihn so viel wie möglich und Romina schätzt dies. Sie lässt Menno seine Vaterrolle und ist glücklich darüber, dass er diese so gut wahrnimmt. Nils hat bei Menno ein eigenes Kinderzimmer und Menno bezahlt monatlich Alimente. Aber Menno hat seine Lektion gelernt und hofft durch seine Geschichte einigen die Augen öffnen zu können. Menno hat durch die Geburt von Nils das Geschenk erhalten, mehr Sinn in seinem Leben zu sehen.

„Das Lachen im Gesicht meines Sohnes zu sehen, ist das Allergrösste für mich“.

Klar ist nicht alles so, wie er sich das gewünscht hat und es fehlt ihm, eine richtige Familie zu sein, um Erlebnisse die er mit Nils hat, zu teilen. Aber Menno hat seine Lektion gelernt und hofft durch seine Geschichte einigen die Augen öffnen zu können.
Text: Corinne Kurz

Foto by : Mathias Nägeli location: laax